Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)

Extrakorporale Stoßwellen sind hochenergetische Schallwellen, die von einem medizinischen Gerät erzeugt werden und schmerzarm in den Körper gelangen. In der Inneren Medizin werden damit z. B. Nieren- oder Harnsteine beseitigt, ohne dass eine Operation nötig wäre.
In der Orthopädie und in der Schmerztherapie wird die Extrakorporale Stoßwellen- Therapie (ESWT) angewandt, um Erkrankungen an Muskeln, Sehnen, Gelenken und Knochen zu behandeln.
Während in der Inneren Medizin eine hohe Energiedosis erforderlich ist, um Steine zu zerkleinern, wird in der orthopädischen Stoßwellentherapie eine deutlich niedrigere Dosis eingesetzt. So wird z. B. nur ein Zehntel der Dosis benötigt, die für die Zertrümmerung von Nierensteinen erforderlich ist.
Ziel der Stoßwellentherapie in der Orthopädie ist die Beeinflussung von Sehnen, Gelenkkapselanteilen, Knochenhaut und Nervenanteilen. Durch die Behandlung mit Extrakorporalen Stoßwellen kann eine Linderung oder sogar eine Beseitigung der Schmerzen erreicht werden.

Die häufigsten Krankheitsbilder, die mit der ESWT behandelt werden, sind:

  • Tennis- und Golfer-Ellenbogen
  • Chronische Schulterschmerzen
  • Plantarer Fersensporn
  • Gelenkverschleiß (Arthrosen)
  • Pseudoarthrosen (nicht heilende Knochenbrüche oder -durchtrennungen)
  • Dupuytrensche Erkrankung

Neben den hier genannten Erkrankungen gibt es viele weitere Krankheitsbilder, bei denen die Therapie mit Extrakorporalen Stoßwellen sinnvoll sein kann. Gern sprechen wir mit Ihnen über Möglichkeiten, Ihre Beschwerden mit der ESWT zu behandeln.

Die Behandlung wird folgendermaßen durchgeführt:
Auf das betroffene Gelenk wird ein Ultraschallgel aufgetragen. Der Ultraschallkopf des Stoßwellengerätes wird darauf angekoppelt und genau positioniert. Auf dem Ultraschallmonitor kann die Position der eintreffenden Stoßwelle gesehen werden. Der Patient hält den Auslöser für den Stoßwellengenerator in der Hand und löst durch fortlaufendes Drücken eine Serie von Impulsen aus. Durch Loslassen des Generators kann er die Therapie jederzeit sofort abbrechen. Für den Behandlungserfolg ist es sehr wichtig, dass die Impulse genau auf den Schmerzpunkt treffen und somit auch die Schmerzen auslösen, die durch die sonst alltäglichen Bewegungsabläufe hervorgerufen werden. In der Regel werden die während der Therapie hervorgerufenen Schmerzen nach ca. 500 Impulsen schwächer, so dass der Patient unter Umständen den Punkt mit der größten Schmerzempfindlichkeit neu finden und einstellen muss. Die ständige Kontrolle durch den behandelnden Arzt ist gewährleistet.

Die Therapie wird je nach Indikation in wöchentlichem Abstand mit 1500-3000 Impulsen pro Behandlungssitzung durchgeführt. Die Anzahl der Behandlungen hängt davon ab, wie der einzelne Patient auf die Stoßwellen-Therapie anspricht und wie lange die Schmerzen schon bestehen.

Nach den ersten Therapiedurchgängen kann es vorübergehend zu einer gesteigerten Empfindlichkeit des behandelten Gelenks kommen, d. h. der Patient empfindet mehr Schmerzen. Diese erhöhte Schmerzempfindlichkeit ist allerdings wieder rückläufig. Meist zeigt sich dann eine veränderte Schmerzqualität: Der Schmerz wird nicht mehr als stechend und einschießend empfunden, sondern als dumpf ausstrahlend und ziehend. Diesem Wechsel folgt in den meisten Fällen eine deutliche Schmerzminderung.

In der Regel kann nach drei bis fünf Behandlungen ein Schmerzrückgang nachgewiesen werden. Ein Therapieerfolg im Sinne einer erzielten Schmerzfreiheit kann nicht garantiert werden. Eine Minderung des Schmerzes wird durchaus als Therapieerfolg gewertet .

In der orthopädischen Anwendung besteht das einzige bisher bekannte Risiko der ESWT für den Patienten darin, dass die Therapiewirkung nicht ausreicht und der Schmerz weiterhin bestehen bleibt. Eine vorübergehende Verstärkung des Schmerzes konnte in einigen wenigen Fällen beobachtet werden.

Bei einigen Patienten treten kurzzeitig örtliche Hautrötungen auf. In seltenen Fällen können bei empfindlicher Haut kleine punktförmige Blutergüsse entstehen, die sich nach einigen Tagen wieder zurückbilden. Langzeitschäden sind nicht bekannt.

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