Hallux Rigidus operative Therapie

Je nach Ausprägung der Arthrose verwenden wir drei verschiedene Optionen:

  • Cheilektomie (Gelenkstoilette)
  • Arthrodese (Versteifung)
  • Operation nach Keller-Brandes

Cheilektomie (Gelenkstoilette)
Hierbei werden die störenden und schmerzhaften Osteophyten (Knochenhöcker) abgemeisselt, so dass die Beweglichkeit verbessert wird. In Fällen, in denen das Gelenk noch einen guten Knorpelbelag aufweist, sind mit dieser einfachen Technik oft sehr gute Resultate zu erzielen. Das Ziel ist dabei vor allem, den Bewegungsumfang so weit zu verbessern, dass ein Abrollen problemlos möglich wird. Zum Erreichen dieses Zieles muss gelegentlich ein zusätzlicher Eingriff an der Zehe selbst (Grundphalanx) erfolgen: mit der Entnahme eines feinen Keiles kann hier etwas nachgeholfen werden. Für die Nachbehandlung ist es sehr wichtig das Großzehengelenk zügig mehrmals täglich zu bewegen und den Fuss zügig zu belasten. Ist das Gelenk bereits weitgehend zerstört (Verlust des Gelenkknorpels), würden die Beschwerden bei einer Verbesserung der Beweglichkeit zunehmen. Für diese Fälle bleibt als definitive Lösung lediglich die Versteifung des Gelenkes.


Arthrodese (Versteifung)
Wo die Arthrose des Großzehengrundgelenkes bereits fortgeschritten ist, wird im Allgemeinen die Versteifung dieses Gelenkes empfohlen. Doch keine Angst! Die Resultate und die Funktion nach derartigen Versteifungen sind sehr gut. Die Gehfähigkeit ist nicht eingeschränkt und meist wird eine volle Sportfähigkeit erreicht werden können! Für Frauen kann es zu einer Einschränkung in der Schuhwahl kommen: die Großzehe wird in einer bestimmten Position fixiert, welche im Allgemeinen für Schuhe mit einem kleinen Absatz (ca. 3 cm) eingestellt wird.

Die Nachbehandlung erfolgt in einem Schuh, der eine konsequente Vorfußentlastung für etwa 6-8 Wochen ermöglicht. Danach ist der Übergang auf normale Schuhe möglich.


Operation nach Keller-Brandes
Vor einigen Jahren noch eine weit verbreitete Methode zur Korrektur eines Hallux valgus, ist diese Technik in Verruf geraten, wegen der oft enttäuschenden Langzeitergebnisse. Es kann zum einen zu einer verringerten Abstoßkraft der Großzehe und zum anderen zu Überlastungen der benachbarten Kleinzehen kommen.

Bei dieser Methode werden die verschlissenen Gelenkanteile und das Überbein entfernt und so die Beweglichkeit im ehemaligen Bereich des Großzehengrundgelenkes wieder hergestellt. Zum Teil wird die durch die Knochenentfernung erreichte Distanz bis zur Vernarbung vorübergehend mit einem Bohrdraht fixiert, zum Teil ein Kapselinterponat zwischen die Knochenenden gelegt. Für die Behandlung der fortgeschrittenen Arthrose (Hallux rigidus) bleibt sie jedoch vor allem für ältere Patienten eine hervorragende Technik, mit unkomplizierter und meist kurzer Nachbehandlungsphase.

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